Neuer Firefox für Ubuntu

Ubuntu setzt ja bekanntlich auf Stable Releases. Soll heißen, ein System wird vor der Veröffentlichung lange getestet, nach der Veröffentlichung kommen keine Updates für die verfügbaren Programme in die Paketquellen. Daher ist eine hohe Stabilität gewährleistet. Allerdings sind einige Leute immer wieder verwundert, dass z.B. neue Versionen des Firefox nicht automatisch installiert werden. Lediglich Sicherheitsupdates werden eingepflegt. Bei Firefox waren diese Sicherheitsupdates immer an der letzten Ziffer der Versionsnummer zu erkennen (Beispiel: 3.6.2 auf 3.6.3). Diese Updates sind sogenannte Minor-Updates, im Gegensatz zu Major-Updates (wie 2.0 auf 3.0 oder 3.5 auf 3.6), die auch neue Funktionen enthalten.

Eine andere Möglichkeit sind die sogenannten Rolling Releases wie z.B. bei Arch Linux. Es gibt nicht eine Paketquelle für jede Version, sondern eine für alle. Darin landen eben immer die neusten Versionen.

Ubuntu hat daher immer nur die Minor-Updates des Firefox in die Paketquellen eingefügt. Da manche Ubuntu-Versionen länger von Canonical unterstützt werden (soll heißen, es werden Sicherheitsupdates garantiert), als Mozilla die mitgelieferte Firefox-Version unterstützt, muss Canonical auch selbst mal Hand anlegen.

Jetzt kommt allerdings ein neues Problem: Mozilla ändert ihre Versionierungs-Strategie. Viele Leute würden gerne die Vorteile nutzen, die die neuen Version bietet, wollen aber nicht auf das nächste Major-Update warten, daher werden sehr oft auch Beta-, RC- oder gar Alpha-Versionen produktiv benutzt. Um dem entgegenzuwirken, werden künftig neue Features in Minor-Updates verfügbar sein. Der neue Firefox 3.6.4, der zurzeit entwickelt wird, enthält beispielsweise schon die Out-Of-Process-Plugins und optional Taps-On-Top.

Ubuntu will deshalb auch umsteigen und neue Firefox-Versionen in alten Releases verfügbar machen. Dann müssen allerdings einige Anpassungen an den Paketquellen gemacht werden, die im verlinkten Blog-Eintrag erläutert werden. Unter anderem sollen weniger System-Bibliotheken benutzt werden, sondern die der Mozilla-Entwickler. Möglicherweise bekommt Lucid schon neue Versionen in die Paketquellen.

[via]

4 Kommentare zu “Neuer Firefox für Ubuntu”

  1. Didi
    1. Juni 2010 17:13
    1

    Das wäre mal ein echter Fortschritt. Unter Ubuntu nutze ich den Fx neben Chrome, wobei für Chrome schon immer die neuste Beta mit einem Systemupdate bereitgestellt wird, wobei ich durch die Versionsnummerierung sowieso nicht durchsteige: Schließlich können die Entwickler sie benennen, wie sie lustig sind.

  2. Felix
    1. Juni 2010 17:41
    2

    Na ja, das kann man so oder so sehen. Ich benutze zwar auch immer meinen eigenen Fuchs statt dem aus den Quellen. Aber manche bevorzugen nun mal lieber die stabilen Quellen.
    Was die Versionsnummern angeht: Beim Firefox waren die noch ganz gut geordnet:
    2.0 auf 3.0: große Teile des Codes neu geschrieben, neue Funktionen
    3.0 auf 3.5: einige Funktionen ergänzt, die es bis 3.0 nicht mehr geschafft haben.
    3.6.2 auf 3.6.3: nur Sicherheitslücke geschlossen.

    Bei Chrome? Das sind doch nur drei Zahlen, bei denen die erste aussagt: “Hey, es gibt ne neue Version, lad mich runter!” Und überhaupt: Stable, Beta und Dev mit drei verschiedenen Nummern (ok, noch nachvollziehbar). Aber das dann Chrome und Chromium andere Versionsnummern haben, und die verschiedenen Plattformen auch noch, wo dann auch noch dazukommt, dass Funktion xyz unter Windows seit einer Version verfügbar ist, unter Linux erst in einer späteren Version, die aber eine kleinere Nummer hat…

  3. Didi
    1. Juni 2010 17:48
    3

    Ich denke, man sollte es den Nutzern überlassen, ob sie einen stabilen oder einen unausgereiften Fx benutzen. Genauso, wie der Nutzer entscheiden kann, ob er das stabile Karmic oder das neue Lucid nutzt. Jedenfalls sollte ein neuer Fx über die Systemverwaltung bereitgestellt werden. Alles andere wäre MS-typische Gängelung.
    Hast Du das Rad rechts neu erfunden oder hatte ich es nur bisher nicht bemerkt?

  4. Felix
    1. Juni 2010 17:55
    4

    Es geht nicht um die Wahl zwischen dem stabilen Karmic und dem neuen Lucid. Beide sind Stable Releases, deren Paketquellen zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung eingefroren worden sind. Es geht um die Wahl zwischen Stable Release (wie Ubuntu oder Debian) und Rolling Release (wie Arch Linux oder Gentoo). Wenn du dich für Ubuntu entscheidest, hast du dich auch für feste Paketquellen entschieden. Wenn du einen aktuellen Firefox willst (wo du nicht der einzige bist, ich gehöre auch dazu), musst du selbst Hand anlegen.
    Genauso könntest du auch sagen: Ich will aber die neueste Version von [beliebiges Nischenprogramm]. Gibts nicht bei Ubuntu. Musst du manuell installieren.
    Sie machen jetzt nur ne Ausnahme, weil Firefox nun mal sehr wichtig ist und eine neue Update-Politik bekommt.

    Das Rad hatte ich zusammen mit dem Favicon gebastelt, das Theme hatte aber ein paar Probleme.