Archiv für die Kategorie 'Software'

Kurzmeldung: Thunderbird 3.1.2

Freitag, 06. August 2010

Thunderbird 3.1.2 ist freigegeben worden. Laut Release Note wurden vor allem Stabilitäts-Fixes eingebaut.

Linux x64-Versionen sind fertig, ebenso Caschys Portable.

Fenstermanager unter Linux

Freitag, 30. Juli 2010

Stefan Münz hat mich in Buzz auf die Idee gebracht, mal was über die Aufgabe des Fenstermanagers unter Linux zu schreiben. Dabei möchte ich insbesondere auf Compiz eingehen, dazu später mehr.

Eins vorweg: relativ bildlastig!

Unter Windows ist man es gewohnt, dass jedes Fenster eine Titelleiste hat, in der auch die Buttons zum Minimieren, Maximieren und Schließen sind. Wenn man auf die Titelleiste klickt, kommt das Fenster nach vorne und ist aktiviert. An den Rändern kann man ein Fenster in der Größe verändern. Das ist bei Linux im Prinzip nicht der Fall. Eine Anwendung, die ein neues Fenster erzeugt, sieht zunächst mal relativ nackt aus, bei Nautilus z.B. so:

Ein Fenster ohne Decoration-Manager

Ohne Decoration-Manager sieht ein Fenster so aus

Wenn mehrere Fenster geöffnet sind, werden sie auch nicht einfach nach vorne geholt, wenn man sie anklickt. Hier kommen erst zwei Programme zum Einsatz: zum einen der Fenster-Manager, zum anderen der Decoration-Manager.

Der Fenster-Manager verwaltet alle Fenster für den X-Server. Der X-Server ist unter Linux allgemein die graphische Oberfläche, im Gegensatz zu den virtuellen Terminals. Wer es einmal ausprobieren will, kann mit [Strg+Alt+F1] bis [Strg+Alt+F8] (erst weiterlesen!) auf eins der virtuellen Terminals schalten. Hat man erst mal die graphische Oberfläche verlassen, kann man mit [Alt+F1] bis [Alt+F8] umschalten. Der X-Server läuft normalerweise auf #7, also mit [Alt+F7] wieder zurückschalten.

Zurück zum Fenster-Manager. Der ist dafür zuständig, die Fenster in der richtigen Reihenfolge übereinander zu legen, ein Fenster zu aktivieren, verschieben, vergrößern und so weiter. Er sorgt auch dafür, dass das aktivierte Fenster Tastatureingaben annehmen kann. Er bietet dies Funktionen an, aber zeichnet selbst noch keine Titelleiste, so dass man immer noch nicht viel mit den Fenstern machen kann.

Hier kommt der Decoration-Manager ins Spiel. Er zeichnet letztlich den Rahmen mit den Buttons um die Fenster herum. Allerdings sei gesagt, dass meistens der Decoration-Manager zum Fenster-Manager gehört. Die am häufigsten genutzten Programme sind:

  • Metacity, der Standard-Fenster-Manager von GNOME, zusammen mit dem gtk-window-decorator als Decoration-Manager
  • KWin, der Fenster-Manager von KDE, zusammen mit dem kde-window-decorator
  • Compiz, ein Fenster-Manager mit vielen Effekten, kann bei GNOME und KDE alternativ benutzt werden. Benutzt den compiz-decorator, welcher wiederum auf den gtk-window-decorator zurückgreift.
  • Emerald ist kein Fenster-Manager, sondern nur ein alternativer Decoration-Manager für Compiz, sehr gut anpassbar.

Zuletzt sei noch die Existenz sogenannter Composition-Manager erwähnt. Bei Fenster-Managern ohne einen solchen zeichnen die Fenster direkt über die Grafikkarte auf den Bildschirm. Das ist zwar relativ ressourcenschonend, hat allerdings auch ein paar Nachteile. Wenn ein Fenster, das vorher verdeckt war, wieder sichtbar wird, muss der verdeckte Teil neu gezeichnet werden. Graphische Effekte wie Alpha-Transparenz sind nicht möglich. Bei Fenster-Managern mit Compositing zeichnen alle Programme dagegen in einen eigenen Zeichenbereich, den der Fenster-Manager dann auf der Grafikkarte zusammensetzt. Dabei können einzelne Fensterbereiche auch transparent gezeichnet werden.

KWin und Metacity arbeiten normalerweise ohne Compositing, wenn die Grafikkarte (bzw. der Treiber) 2D-Beschleunigung unterstützt kann aber auch Compositing eingeschaltet werden. Das ergibt dann “leichte” Desktop-Effekte wie Live-Vorschau der Fenster im Umschalter (Alt+Tab) oder den Schatten um Fenster herum. Wenn 3D-Beschleunigung möglich ist, kann man auch Compiz benutzen. Compiz ist immer auch ein Compositing-Manager, und bekannt für die vielen Effekte, dazu jetzt mehr.

Compiz

Compiz hat eine relativ komplexe Geschichte, die aus einigen Abspaltungen und Wiedervereinigungen besteht. Compiz wird manchmal auch als Compiz Fusion bezeichnet. Compiz ist dabei im Prinzip der reine Fenster-Manager, während Compiz Fusion alle Plugins für Compiz bereitstellt.

Compiz ist stark modular aufgebaut, sogar das Verschieben oder Vergrößern wird durch Plugins realisiert. Daneben gibt es aber auch sehr viel mehr.

Wer in GNOME unter “Erscheinungsbild” die einfachen Desktop-Effekte aktiviert, schaltet von Metacity auf Compiz mit einer “Standard-Ausstattung”. Die erweiterten Effekte aktiveren darüber hinaus einigen graphischen Schnickschnack, den manch einer braucht, während andere ihn gar nicht wollen. Daneben gibt es noch zwei weitere Einstellungsmöglichkeiten: da ist zum einen ein “Einfacher CompizConfig Einstellungsmanager” (simple-ccsm in den Paketquellen und im Terminal) oder der normale “CompizConfig Einstellungsmanager” (ccsm). Während der Simple-CCSM einige übliche Einstellungsmöglichkeiten bei sehr einfacher Oberfläche bietet, ist der CCSM relativ umständlich, bietet dafür alle möglichen Einstellungen für Compiz. Im CCSM können auch gezielt einzelne Plugins (de)aktiviert werden.

Der einfache CompizConfig Einstellungs-Manager (simple-ccsm)

Der einfache CompizConfig Einstellungs-Manager (simple-ccsm)

Der CompizConfig Settings-Manager (ccsm)

Der CompizConfig Settings-Manager (ccsm)

Einige der Plugins möchte ich hier noch erwähnen. Für einige Aufgaben gibt es verschiedene Alternativen. Um zwischen den virtuellen Desktops umzuschalten gibt es z.B. die Desktop-Tafel (alle Desktops werden virtuell auf einer großen Fläche angeordnet) oder den bekannten Würfel. Genauso gibt es auch verschiedene Anwendungs-Umschalter.

Die meisten Plugins lassen sich mit mehreren Methoden aktivieren. Meistens steht ein Tastaturkürzel, ein Mausbutton oder eine Bildschirmecke zur Verfügung, auch mit Modifiern (Strg,Alt,Shift,Super). Super ist die “Windows-Taste”. Bei Mausbuttons ist:

  1. Links
  2. Mitte
  3. Rechts
  4. nach oben scrollen
  5. nach unten scrollen
  6. nach links scrollen
  7. nach rechts scrollen
  8. Zusatzbutton 1 (Im Browser: zurück)
  9. Zusatzbutton 2 (Im Browser: vor)

Konzentrationshilfe (unter Barrierefreiheit)

Die Konzentrationshilfe blendet automatisch alle Fenster außer dem aktiven ab, um nicht abzulenken. Es lassen sich Einstellungen wie Helligkeit, Transparenz und Sättigung einstellen.

Konzentrationshilfe im Einsatz

Konzentrationshilfe im Einsatz

Sichtbarkeit (unter Barrierefreiheit)

Dieses Plugin arbeitet ähnlich wie Aero Peak unter Windows Seven. Wenn man ein Fenster mit der Maus berührt, werden alle anderen Fenster stark durchsichtig.

Sichtbarkeits-Plugin

Sichtbarkeits-Plugin

Desktop-Würfel (unter Arbeitsfläche)

Compiz ist für diesen Würfel bekannt. Er zeigt die virtuellen Arbeitsflächen auf den Seiten eines Würfels.

Der Desktop-Würfel

Der Desktop-Würfel

Hier möchte ich noch ergänzen, das einige Plugins speziell für den Würfel geschrieben wurden, also nur mit ihm funktionieren. Ich habe mit von der Compiz-Website noch das Atlantis-Plugin installiert:

Das Atlantis-Plugin

Das Atlantis-Plugin

Expo (unter Arbeitsfläche)

Eine Übersicht über alle Arbeitsflächen:

Expo

Expo

Animationen (unter Effekte)

Hier lassen sich einige Animationen für das Öffnen, Schließen, Einrollen und Aktivieren von Fenster einstellen.

Fenster ein-/ausblenden (unter Effekte)

Wenn dieses Plugin aktiviert ist, faden die Fenster im Anwendungsumschalter (Alt+Tab). Außerdem werden nicht reagierende Programme dunkler und schwarz-weiß.

Fensterdekoration (unter Effekte)

Wie gesagt, bei Compiz ist alles ein Plugin. Mit diesem Plugin wird der Decoration-Manager aktiviert, hier lassen sich auch die Fenster-Schatten einstellen.

Fensterunschärfe (unter Effekte)

Der Effekt ist von Vista/7 bekannt: unter transparenten Bereichen sind andere Fenster unscharf.

Fensterunschärfe

Fensterunschärfe

Reflektionen (unter Effekte)

Ebenfalls von Vista/7 bekannt: Unter den transparenten Bereichen erscheinen noch Reflektionen. Ich habe mir die Reflektionen von Windows geklaut, weil mir die von Compiz nicht gefallen haben.

Reflektionen

Reflektionen

Wacklige Fenster (unter Effekte)

Eigentlich nur eine Spielerei: Wenn Fenster verschoben werden, wackeln sie als wären sie aus Gummi. Nebeneffekt: Sie kleben beim verschieben an anderen Fenstern.

Wacklige Fenster

Wacklige Fenster

Vorschaubilder (unter Sonstiges)

Nicht viel zu sagen: Vorschaubilder in der Taskliste bzw. im Dock.

Vorschaubilder

Vorschaubilder

Grid (unter Fensterverwaltung)

Fenster lassen sich in einem 2×2- oder 3×2-Gitter anordnen, änhlich wie AeroSnap unter Windows 7.

Grid

Grid

Maximumize (unter Fensterverwaltung)

Mit Maximumize können Fenster einfach auf die größtmögliche noch freie Fläche gebracht werden.

Maximumize - Vorher

Maximumize - Vorher

Maximumize - Danach

Maximumize - Danach

Skalieren (unter Fensterverwaltung)

Skalieren bedeutet nicht ein Fenster in der Größe zu ändern, dafür gibts ein anderes Plugin ;-) (“Fenster skalieren”). Bei “Skalieren” werden alle Fenster auf dem Desktop verteilt, sodass man durch Klicken eins auswählen kann.

Skalieren

Skalieren

Unter “Werkzeuge” gibt es noch die “Scale-Erweiterungen” (Fenster aus der Übersicht heraus schließen oder eine Vollbildvorschau) sowie den “Scale-Fenstertitelfilter” (Fenster durch Tippen filtern)

Anwendungsumschalter

Die meisten kennen ja die [Alt+Tab]-Funktion. Die gibts unter Windows wie unter den meisten Linux-Fenstermanagern. Bei Compiz gibts es dagegen verschiedene, die sich auch nebeneinander benutzen lassen (z.B. auf verschiedenen Tastenkombinationen). Einige möchte ich hier noch vorstellen. Sie finden sich alle unter “Fensterverwaltung”.

Anwendungsumschalter

Der Standard von Compiz: Die Fenster bewegen sich unter dem Rahmen durch.

Anwendungsumschalter

Anwendungsumschalter

Static Application Switcher

Ähnelt eher dem von Windows: Die Fenster bleiben stehen, der Rahmen bewegt sich.

Static Application Switcher

Static Application Switcher

Shift Switcher (Modus Hülle)

Fenster auswählen im Coverflow-Stil:

Shift Switcher - Hülle

Shift Switcher - Hülle

Shift Switcher (Modus Umdrehen)

Fenster auswählen im Vista/7-Stil (Aero Flip):

Shift Switcher - Umdrehen

Shift Switcher - Umdrehen

Ring-Anwendungsumschalter

Die Fenster werden in einem sich drehenden Ring angeordnet:

Ring-Anwendungsumschalter

Ring-Anwendungsumschalter

Stack Switcher

Der ist standardmäßig nicht dabei, hab ich manuell installiert. Netter 3D-Effekt.

Stack Switcher

Stack Switcher

Lesezeichenleiste verstecken 1.6

Mittwoch, 28. Juli 2010

Wer schon länger beim Horst mitliest, ist vielleicht schon mal über mein Add-On “Lesezeichenleiste verstecken” gestolpert, über das er mal geschrieben hat. Falls nicht: Das AddOn bietet die Möglichkeit, die Lesezeichenleiste im Firefox per Toolbar-Button oder Tastenkombination ein- und auszublenden. Außerdem kann das Verhalten beim Starten eingestellt werden.

Ursprünglich ist das ganze mal für Tux gewesen, der den Wunsch ebenfalls in Horsts Blog geäußert hatte, aber ich doch noch bisschen weiter dran gebastelt. Hiermit wollte ich das ganze auch mal im Blog vorstellen, wozu hab ich ihn denn ;-)

Eben habe ich eine neue Version bei AMO hochgeladen, solange die noch nicht überprüft ist, kann sie nur über diese Versionsseite installiert werden.

Die neue Version richtet sich vor allem an Nutzer von Firefox 4. Die Kompatibilität wurde angepasst, da es in Firefox 4 ja einen neuen Lesezeichen-Button in der Toolbar gibt. Das Tastenkürzel erscheint jetzt auch im Menü des Buttons.

Kurzmeldung: Firefox 3.6.8

Samstag, 24. Juli 2010

Mozilla hat Firefox 3.6.8 veröffentlicht, da im 3.6.7 ein Fehler mit den Plugins auftrat. In der Release Notes steht nichts weiter, selbst die Bugliste ist leer. Linux-x64-Versionen stehen bereit.

So langsam sollte Mozilla allerdings mal darüber nachdenken, wie sie Updates verteilen. Das gleiche ist ihnen ja schon bei 3.6.6 passiert. Die alte Update-Strategie schien mir doch ein bisschen zuverlässiger.

Neue Idee für Firefox: Tab Candy

Samstag, 24. Juli 2010

Über Nils bin ich eben auf das neuste Projekt von Aza Raskin, dem “Creative Lead” von Firefox, aufmerksam geworden. Er stellt ein neues Konzept zur Tab-Verwaltung namens Tab Candy vor. Es gibt auch schon einen Test-Build, den ich selbst eben mit meinem PortableFirefox getestet habe.

Kurz zusammengefasst geht es um die Gruppierung von Tabs. Wenn sehr viele Tabs geöffnet sind, wird die Tableiste so gut wie nutzlos. Man muss ständig zur Seite scrollen, sieht nichts von der Seite (außer Titel und Favicon), und Gruppieren ist auch nicht möglich. Dafür soll es einen neuen Button geben, der eine Übersicht über alle Tabs liefert.

Ein Klick auf diesen Button zeigt die Übersicht

In der Übersicht werden alle Bedienelemente (Menü-, Symbol-, Lesezeichen- und Statusleiste) ausgeblendet, es werden nur die Tabs als Vorschau angezeigt.

Übersicht über die Tab Sets

Übersicht über die Tab Sets

Interessant wird jetzt die Gruppierung. Tabs lassen sich aus einer Tabgruppe auf den leeren Bereich rechts ziehen und bilden eine eigene Gruppe. Andere Tabs lassen sich dann daraufziehen, um sie in diese Gruppe zu verschieben.

Tabs können einfach gezogen werden

Aus der Übersicht heraus lassen sich alle Tabs oder auch Tabgruppen schließen. Wird ein Tab angeklickt, öffnet sich wieder das normale Browser-Fenster, allerdings werden nur die Tabs der aktuellen Gruppe angezeigt. Die Gruppen lassen sich auch benennen, zum Beispiel “To do” oder “Shopping”. Über den Button unten links wird eine neue Gruppe angelegt und direkt das Browserfenster geöffnet.

Die Tabgruppen lassen sich in der Übersicht verschieben und in der Größe ändern und rasten dabei sogar an anderen Tabgruppen ein. Die Vorschaubilder passen sich dabei automatisch an. Wenn eine Gruppe ganz klein gemacht wird, werden alle Tabs aufeinander gestapelt, um wenig Platz zu verbrauchen.

Tabs in kleinen Gruppen werden gestapelt

Ein Button unterhalb des Stapels blendet alle Tabs in einem Overlay ein, um sie weiterhin verschieben zu können

Tabs können trotzdem verschoben werden

Über das “dev menu” (unten rechts) lassen sich alle Tabs automatisch nach URL gruppieren, so dass beispielsweise eine Gruppe mit “google”, eine mit “wikipedia” und eine “mixed”-Gruppe angelegt werden.

Diese Funktionen funkionieren alle schon in dem erwähnten Build, allerdings lief das bei mir recht langsam. Wenn die Jungs da noch an der Geschwindigkeitschraube drehen, kriegen sie von mir alle Daumen hoch. :-D

Aza Raskin hat sich auch schon Gedanken um die Erweiterung gemacht. Tabs sollen durchsuchbar werden, auch über die Gruppen hinaus. Auch die Gruppen sollen wieder gruppierbar sein. Erweiterungen könnten bestimmte Gruppen mit zusätzlichen Infos versehen oder sie einfärben. Bestimmte Seiten könnten sich auch automatisch gruppieren lassen. Eventuell soll sich auch der private Modus für einzelne Gruppen einschalten lassen.

Insgesamt eine gute Idee für Leute, die viele Tabs offen halten, ihre Tabs gut sortieren wollen oder einige Seiten ständig geöffnet halten (z.B. Google Reader und GoogleMail).

Update: Basian hat mich noch an was erinnert, was ich vergessen habe: Der Sitzungsmanager wurde bereits angepasst, beim Neustarten bleiben die Tabgruppen also erhalten, inklusive der Anordnung innerhalb der Übersicht. Wenn der Firefox aus der Übersicht heraus beendet wird, öffnet er sich auch wieder mit der Übersicht.

Und zuletzt, was ich auch noch herausgefunden habe: Die Übersicht lässt sich auch mit [STRG+Leertaste] öffnen.

Aktueller Firefox für Ubuntu freigegeben

Freitag, 23. Juli 2010

Wie bereits angekündigt liefert Canonical seit heute den aktuellen Firefox über die Ubuntu-Paketquellen aus. Pakete mit Versionsnummern wie firefox-3.5 und dessen zusätzliche Pakete wie firefox-3.5-gnome-support werden umgestellt auf firefox bzw. firefox-gnome-support. Die Abhängigkeiten wurden so angegeben, dass automatisch die richtigen Pakete installiert werden. Die firefox-<Version>-* Pakete können danach deinstalliert werden.

Da Paket-Empfehlungen bei Neuinstallationen auch installiert werden, kann es sein, dass das ein oder andere manuell gelöschte Paket wieder installiert wird. Bei mir kam z.B. ubufox (Ubuntu Firefox Modifications) rein, der mir allerdings schon einige Probleme bereit  hat, weswegen er gerade wieder rausflog.

Ich werde allerdings weiterhin meinen eigenen Firefox benutzen, da es anscheinend (noch?) keine x64-Versionen von Canonical gibt. Ich lasse Firefox trotzdem über die Paketquellen installiert, weil apt/dpkg sonst davon ausgehen, es wäre keiner installiert. So stimmen aber die Abhängigkeiten.

Firefox 3.6.7 & Thunderbird 3.1.1: Updates, Portables und Linux-x64

Mittwoch, 21. Juli 2010

Gestern wurden neue Versionen von Firefox und Thunderbird herausgegeben und momentan über die Update-Funktion ausgerollt. Die Changelogs sind bereits verfügbar. Caschy hat auch schon portable Versionen gebaut, wer meine portable Version für Linux benutzt, kann den Updater benutzen oder auf das Auto-Update warten. Versionen für Linux-x64 habe ich auch schon gebaut.

Soundsysteme unter Linux

Donnerstag, 08. Juli 2010

In einem meiner Posts zu PulseAudio gab es in Buzz eine kleine Beschwerde, zur Funktionsweise von ALSA. Daher hier eine kleine, wenn auch etwas späte Erläuterung zur Funktionsweise von Soundsystemen unter Linux. Kleiner Hinweis vorab: Ich bin auch keine Experte auf diesem Gebiet, sondern hab mir meine Infos zusammengesucht, Fehler bitte ich daher zu entschuldigen und mit einem Kommentar aufzuzeigen.

Soundsysteme

Unter Linux gibt es nicht das Soundsystem, es stehen mehrere zur Auswahl. Ich denke, der Markt ist mit diesen hier ziemlich gut abgedeckt:

  • ALSA (Advanced Linux Sound Architecture)
  • PulseAudio
  • ESD (Enlightened Sound Daemon)
  • OSS (Open Sound System)
  • JACK (JACK Audio Connection Kit)

Dazu muss man auch sagen, dass oft mehrere kombiniert werden, da nicht alle vollständige Soundsysteme sind. Einige enthalten keine Treiber, andere sind reine Software-Mixer, die auf andere Systeme aufbauen. Mehr dazu weiter unten.

Mixing

Unter Mixing versteht man Zusammenmischen mehrere Sound-Signale (beispielsweise von Totem und Rhythmbox) zu einem Signal. Dabei gibt es Hardware- und Software-Mixing.

Beim Hardware-Mixing können alle Streams direkt auf die Soundkarte gelegt werden, diese übernimmt dann das Mischen. Das können allerdings nur die wenigsten, höherwertigen Soundkarten. Daher kommt meist Software-Mixing zum Einsatz.

Beim Software-Mixing muss ein Soundserver vorhanden sein, der alle Streams entgegen nimmt, auf dem Prozessor mischt und den gemischten Stream an die Soundkarte weiterleitet. Zu erwähnen ist, das Software-Mixing natürlich zu Lasten der Performance geht. Bei neueren Rechnern macht das nicht viel aus, aber auf älteren Rechner fällt deshalb PulseAudio oft aus.

Wird ein Soundsystem ohne Soundserver benutzt, gibt die Anwendung ihren Stream direkt auf der Soundkarte wieder. Nachteil: Es kann immer nur eine Anwendung gleichzeitig Sound ausgeben.

Treiber

Eine Herausforderung für ein Soundsystem ist es, möglichst viele der auf dem Markt existierenden Soundkarten ansprechen zu können. ALSA ist ein altes, aber keineswegs veraltetes Projekt, das diese Aufgabe ganz gut geschafft hat. Die ALSA-Treiber sind auch Bestandteil des Kernels. Lange Zeit wurde OSS als Treiber-System benutzt, es soll auch einige Geräte besser unterstützen als ALSA. Normalerweise wird jedoch ALSA benutzt.

Routing

Unter Routing versteht man den Weg eines Signals von der Anwendung bis zur Soundkarte. Den kürzesten Weg erhält man bei ALSA ohne Soundserver:

Anwendung–>ALSA-Treiber–>Soundkarte

Allerdings hat man dazu das genannte Problem, dass nur eine Anwendung etwas abspielen kann. ALSA kann auch als Soundserver benutzt werden, dann sieht das Routing so aus:

Anwendung–>AlSA-Mixer–>ALSA-Treiber–>Soundkarte

Wenn das Mixen mit PulseAudio geschehen soll, sieht das Routing so aus:

Anwendung–>AlSA–>PulseAudio–>ALSA-Treiber–>Soundkarte

ALSA benutzt dabei PulseAudio als Mixer, PulseAudio wiederum nutzt die große Treiberpalette von ALSA. Mittlerweile unterstützen viele Anwendungen PulseAudio auch nativ, dann wird etwas kürzer geroutet:

Anwendung–>PulseAudio–>ALSA-Treiber–>Soundkarte

PulseAudio

PulseAudio hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst alle Soundsysteme kombinieren zu können. PulseAudio ist stark modularisiert, viele Bestandteile werden also erst dann geladen, wenn sie auch gebraucht werden. In der Wikipedia gibt es eine recht komplexes Bild, das den Aufbau von PulseAudio aber ganz gut zeigt.

PulseAudio unterstützt auf der Software-Seite verschiedene Protokolle, so dass Anwendungen eine große Auswahl an Systemen haben, die alle an PulseAudio weitergeleitet werden. Optimal ist es natürlich, wenn die Anwendung kompatibel ist und direkt mit PulseAudio kommuniziert.

Auf der Ausgabeseite können sowohl ALSA- als auch OSS-Treiber benutzt werden. Üblicherweise kommt aber ALSA zum Einsatz. PulseAudio ist aber auch netzwerkfähig, kann also z.B. eine Soundkarte eines anderen Rechners als Ausgabe benutzen, wenn darauf ebenfalls PulseAudio läuft. Oder es wird als RTP-Server benutzt, der sein Signal ans Netzwerk verteilt. So können mehrere RTP-Geräte im Netzwerk das Signal abspielen.

In der Mitte steht der Core, der alle Streams zusammen mischt. Ein Vorteil von PulseAudio ist, das jeder Stream separat in der Lautstärke geändert werden kann, als jede Anwendung, jede Soundkarte, jeder Netzwerk-Stream, auch die virtuellen Geräte (siehe unten). Außerdem kann für jeden Stream eingestellt werden, auf welchem Ausgabegerät er abgespielt werden soll. PulseAudio mischt dann die richtigen Streams zusammen und spielt sie auf den entsprechenden Geräten ab. Da dies aber alles auf dem Prozessor geschieht, ist PulseAudio relativ rechenintensiv.

PulseAudio bietet auch einige Module, die virtuelle Geräte bereitstellen. Einfaches Beispiel ist das Gerät zur simultanen Ausgabe, welches ich bereits erwähnte. Das tut nichts anderes, als alle Streams, die auf ihm abgespielt werden, an alle verfügbaren Ausgabegeräte zu schicken. Ein Anderes Beispiel ist der Equalizer, welche ein virtuelles Ausgabegerät erstellt, es mit einem virtuellen Stream verknüpft, und dazwischen über ein LADSPA-Modul den Equalizer schaltet.

Funktionsweise des Equalizers

Funktionsweise des Equalizers

JACK

JACK ist für professionelle Tonstudios gedacht, laut ubuntuusers-Wiki sollte man es nicht benutzen, wenn man es nicht wirklich braucht. Ähnlich wie PulseAudio erlaubt es das genau regeln von Streams und Ausgabegeräten, aber da ich es nicht wirklich brauche, habe ich es mir auch nicht weiter angesehen ;-)

Portable Firefox für Linux

Samstag, 03. Juli 2010

Didi bat mich ja um einen portable Firefox für Linux. Heute hab ich ich das ganze mal umgesetzt.

Als echter portabler Fuchs ist das ganze natürlich weniger geeignet, wann hat man denn schon mal das Glück, seinen Stick in einen fremden Rechner stecken zu dürfen, auf dem Linux läuft? Aber zum Testen sollte das ganze natürlich geeignet sein, da hier Programm- und Profilverzeichnis in einem Ordner liegen. Natürlich kann man sagen, dass jede Firefox-/Thunderbird-Installation, die nicht aus den Paketquellen kommt, prinzipiell portable ist, aber mein Skript kapselt auch noch das Profil ab.

Ich hoffe, dass das ganze läuft, ich bin wäre an Testberichten interessiert. Das ganze liegt in meinem GoogleDocs-Account Download-Bereich. Ich hab das ganze einmal fertig mit Firefox 3.6.6 ausgeliefert (ca. 10 MB), einmal “nackt” (<1kB), also nur der Starter und… tada! ein Updater. [UPDATE]Da ich mittlerweile auf einen eigenen Download-Bereich umgestiegen bin, habe ich die volle Version gestrichen. Die Lite-Version holt sich beim ersten Starten automatisch die neuste Version aus dem Netz.[/UPDATE]

Funktionsweise: es gibt zwei wichtige Ordner: firefox ist der Programmordner, profile ist der Profilordner. Wenn der Profilordner nicht vorhanden ist, wird er automatisch angelegt. Wenn der Programmordner nicht existiert, wird der Updater ausgeführt, der lädt dann automatisch die aktuelle Version runter.

Hinweis: der Updater überpüft nicht, ob es ein Update gibt, sondern lädt immer die aktuelleste Version runter, egal welche bereits vorhanden ist.

Es lässt sich natürlich jeder Version von Firefox nutzen, egal ob Stable, Nightly, Beta, Developer Preview, etc. Muss halt nur im Ordner firefox liegen. Vorsicht: der Updater lädt immer die aktuelle stabile Version herunter, also auch nur dann benutzen! Wenn ihr eine andere Version benutzt, könnt ihr den Updater von Firefox nehmen.

Die beiden Skripte müssen natürlich Ausführrechte haben, die können eventuell entfernt werden, wenn das ganze auf ein FAT- oder NTFS-Laufwerk geschoben wird. Die Rechte können in Nautilus in den Dateieigenschaften geändert werden, in der Konsole mittels

chmod u+x dateiname

Firefox 3.6.6 erschienen + x64-Version für Linux

Sonntag, 27. Juni 2010

Heute ist Firefox 3.6.6 erschienen. Die 3.6.5 wurde übersprungen, da sie eigentlich eine Übergangsversion zu  Version 4 sein sollte, jetzt sollen Verwechslungen vermieden werden.

Den Release Notes ist zu entnehmen, dass im Vergleich zu 3.6.4 nur ein einziger Bug gefixed wurde. Die Zeit, bis ein nicht reagierendes Plugin beendet wird, wurde erhöht, da wohl einige Benutzer mit zu schnell abstürzendem Flash hatten.

Caschy hat mal wieder die portable Version für Windows gebastelt, ich die x64-Version für Linux.