Firefox unter Linux installieren

Samstag, 11. Juni 2011

Software unter Linux zu installieren ist so eine Sache. Wenn es die Software in der Paketverwaltung gibt, ist es natürlich extrem einfach. Wenn nicht, fängt man an zu suchen.

Bei Ubuntu kann man vielleicht noch ein PPA finden, das ist nur minimal schwieriger als die direkte Installation.

Vielleicht bietet der Hersteller auch fertige Pakete an, die sich auch in der Paketverwaltung installieren lassen. Man muss natürlich das richtige Paket benutzen. Bei Debian-basierten Distributionen (wie z.B. Ubuntu) braucht man ein Paket im DEB-Format, alternativ gibts für RPM-basierte Paketverwaltungen auch das RPM-Format.

Findet sich auch kein Paket, ist vielleicht wenigstens ein vorkompiliertes Archiv verfügbar, meistens als tar.gz oder tar.bz2. Dieses muss dann an eine bestimmte Stelle entpackt werden. Das ist zwar nicht mehr so einfach, aber funktioniert mit praktisch allen Distributionen.

Als letzte Möglichkeit bleibt dann noch der Quellcode. Das ist aber ein Kapitel Buch für sich. Auch das funktioniert mit allen Distributionen, von Benutzerfreundlichkeit kann hier natürlich nicht mehr die Rede sein.

Auf Bitten von Björn möchte ich hier speziell auf Firefox eingehen, wobei das Verfahren auf ähnliche Softwarepakete übertragbar ist, vor allem natürlich auf Thunderbird, da es aus dem gleichen Haus stammt. Firefox gibt es eigentlich in allen Paketquellen, und es gibt auch verschiedene PPAs für spezielle Versionen. Wer trotzdem eine andere Version benutzen möchte, findet meistens nur eine Archivdatei.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Installation für das ganze System
  2. Installation im Home-Ordner, aber ins System integriert
  3. Persönliche Installation

Vor- und Nachteile

Bei der Installation für das ganze System ist Firefox fast genauso installiert wie in der Paketverwaltung, der Firefox ist also gut ins System integriert. Alle Benutzer können ihn starten, allerdings funktioniert der eingebauter Updater nicht, weil der Programmordner für Benutzer schreibgeschützt ist.

Die Installation im Home-Ordner ist nur für Einzelbenutzer geeignet. Ich handhabe es auch so. Der Programmordner liegt dabei in eurem persönlichen Ordner, der Firefox ist aber ins System integriert. Vorteil: der Updater funktioniert wieder. Nachteil: Der Firefox läuft nur noch für den Benutzer, in dessen Home-Ordner er liegt.

Zuletzt gibts es noch die persönliche Installation. Der Programmordner liegt im persönlichen Ordner und ist nicht ins System integriert. Das ist empfehlenswert, wenn ein einzelner Benutzer eine andere Version benutzen möchte oder man nur schnell was testen will. Für letzteres eignet sich natürlich eine portable Version eher.

Abstecher: Portable Firefox

Firefox gibts es für Windows ja von diversen inoffiziellen Quellen auch als portable Version. Man findet aber ab und zu auch portable Linux-Versionen, allerdings sind diese nicht ganz so portable, denn meistens wird trotzdem der normale Profilordner benutzt. Da man aber auch selten mal einen anderen Linux-PC antrifft, werden Portable Versionen sowieso eher zum Testen von neuen Versionen benutzt. Wer trotzdem einen echten Portable Firefox sucht, kann ja mal meine Version ausprobieren.

Die folgenden Schritten beziehen sich immer auf eine (mehr oder weniger) feste Installation, es wird also immer das Standardprofil benutzt.

Allgemeines

Als erstes braucht man ein Download-Archiv. Ob jetzt Firefox oder Thunderbird, ob stabile Version oder aus den Entwickler-Kanälen, ist egal. Hauptsache, man hat ein tar.gz oder tar.bz2. Auch braucht man ein Terminal. Das ist irgendwo im Programmmenü oder -starter zu finden.

Ich gehe mal davon aus, dass die heruntergeladene Datei im Ordner /home/benutzername/ liegt und firefox-4.0.1.tar.bz2 heißt. Der Benutzername und der Dateiname muss als entsprechend angepasst werden.

Installation für das ganze System

Im folgenden werden einige Befehle mit sudo benutzt, da wir Root-Rechte brauchen. Bei der ersten Eingabe wird nach deinem Benutzerpasswort gefragt.

sudo mkdir -p /opt
cd /opt
sudo tar xvf /home/benutzername/firefox-4.0.1.tar.bz2
sudo ln -s /opt/firefox/firefox /usr/local/bin/firefox

Damit wäre Firefox installiert. Den Firefox aus der Paketverwaltung am besten trotzdem installiert lassen, da sich die beiden nicht behindern und ansonsten die Paketverwaltung stolpern könnte bei Programmen, die Firefox als Abhängigkeit brauchen.

Firefox ist jetzt under /opt/ installiert. Dieser Ordner ist für Programme reserviert, die nicht aus der Paketverwaltung stammen. Es wurde aber ein Link unter /usr/local/bin angelegt, damit statt des Firefox aus der Paketverwaltung unser eigener gestartet wird.

Installation im Home-Ordner, aber ins System integriert

Das Verfahren ist ähnlich wie oben:

mkdir -p ~/Programme
cd ~/Programme
tar xvf /home/benutzername/firefox-4.0.1.tar.bz2
sudo ln -s /home/benutzername/Programme/firefox/firefox /usr/local/bin/firefox

Firefox ist jetzt im Ordner Programme im persönlichen Ordner installiert. Natürlich kann auch ein anderer Ordner benutzt werden. Wichtig ist, beim letzten Befehl den vollen Pfad anzugeben, also nicht etwas wie ../Programme/firefox/firefox, sonst funktioniert es wahrscheinlich nicht.

Auch hier gilt: Am besten die Version der Paketverwaltung installiert lassen.

Persönliche Installation

In den beiden oberen Fällen wurde der installierte Firefox praktisch ersetzt. Die letzte Möglichkeit ist eine parallele Installation. Dazu einfach das Archiv entpacken und in einen Ordner deiner Wahl entpacken, das geht auch ohne Terminal.

Allerdings musst du den Firefox jetzt natürlich auch starten können. Das geht entweder, in dem du die Datei firefox im Programmordner ausführst (nicht öffnen, sondern ausführen, falls eine Nachfrage vom Dateimanager kommt), oder indem du dir einen Starter anlegst. Lege eine neue, leere Datei an und speichere folgenden Inhalt:

[Desktop Entry]
Version=1.0
Name=Mein eigener Firefox
GenericName=Web Browser
Exec=/home/benutzername/firefox/firefox %u
Terminal=false
Type=Application
Icon=firefox
Categories=Application;Internet;Network;WebBrowser;
MimeType=text/html;text/xml;application/xhtml+xml;application/xml;application/vnd.mozilla.xul+xml;application/rss+xml;application/rdf+xml;image/gif;image/jpeg;image/png;
StartupWMClass=Firefox
StartupNotify=true

Die Zeile mit Exec= muss natürlich angepasst werden. Bei Name= kann ein passender Namen angegeben werden, um diese Installation von der normalen Version unterscheiden zu können.
Anschließend änderst du die Dateiendung in .desktop (weil danach das Bearbeiten schwieriger wird) und verschiebst sie in den (versteckten) Ordner .local/share/applications in deinem Home-Ordner.

Kurzmeldung: Thunderbird 3.1.2

Freitag, 06. August 2010

Thunderbird 3.1.2 ist freigegeben worden. Laut Release Note wurden vor allem Stabilitäts-Fixes eingebaut.

Linux x64-Versionen sind fertig, ebenso Caschys Portable.

Firefox 3.6.7 & Thunderbird 3.1.1: Updates, Portables und Linux-x64

Mittwoch, 21. Juli 2010

Gestern wurden neue Versionen von Firefox und Thunderbird herausgegeben und momentan über die Update-Funktion ausgerollt. Die Changelogs sind bereits verfügbar. Caschy hat auch schon portable Versionen gebaut, wer meine portable Version für Linux benutzt, kann den Updater benutzen oder auf das Auto-Update warten. Versionen für Linux-x64 habe ich auch schon gebaut.

Portable Firefox für Linux

Samstag, 03. Juli 2010

Didi bat mich ja um einen portable Firefox für Linux. Heute hab ich ich das ganze mal umgesetzt.

Als echter portabler Fuchs ist das ganze natürlich weniger geeignet, wann hat man denn schon mal das Glück, seinen Stick in einen fremden Rechner stecken zu dürfen, auf dem Linux läuft? Aber zum Testen sollte das ganze natürlich geeignet sein, da hier Programm- und Profilverzeichnis in einem Ordner liegen. Natürlich kann man sagen, dass jede Firefox-/Thunderbird-Installation, die nicht aus den Paketquellen kommt, prinzipiell portable ist, aber mein Skript kapselt auch noch das Profil ab.

Ich hoffe, dass das ganze läuft, ich bin wäre an Testberichten interessiert. Das ganze liegt in meinem GoogleDocs-Account Download-Bereich. Ich hab das ganze einmal fertig mit Firefox 3.6.6 ausgeliefert (ca. 10 MB), einmal “nackt” (<1kB), also nur der Starter und… tada! ein Updater. [UPDATE]Da ich mittlerweile auf einen eigenen Download-Bereich umgestiegen bin, habe ich die volle Version gestrichen. Die Lite-Version holt sich beim ersten Starten automatisch die neuste Version aus dem Netz.[/UPDATE]

Funktionsweise: es gibt zwei wichtige Ordner: firefox ist der Programmordner, profile ist der Profilordner. Wenn der Profilordner nicht vorhanden ist, wird er automatisch angelegt. Wenn der Programmordner nicht existiert, wird der Updater ausgeführt, der lädt dann automatisch die aktuelle Version runter.

Hinweis: der Updater überpüft nicht, ob es ein Update gibt, sondern lädt immer die aktuelleste Version runter, egal welche bereits vorhanden ist.

Es lässt sich natürlich jeder Version von Firefox nutzen, egal ob Stable, Nightly, Beta, Developer Preview, etc. Muss halt nur im Ordner firefox liegen. Vorsicht: der Updater lädt immer die aktuelle stabile Version herunter, also auch nur dann benutzen! Wenn ihr eine andere Version benutzt, könnt ihr den Updater von Firefox nehmen.

Die beiden Skripte müssen natürlich Ausführrechte haben, die können eventuell entfernt werden, wenn das ganze auf ein FAT- oder NTFS-Laufwerk geschoben wird. Die Rechte können in Nautilus in den Dateieigenschaften geändert werden, in der Konsole mittels

chmod u+x dateiname