Firefox 4 Beta 4

Mittwoch, 25. August 2010

Es wird fleißig an Firefox geschraubt. Gestern ist die Beta 4 erschienen, 3 weitere und ein RC sollen noch folgen.

Mit Version 4 werde ich aufhören, Linux-x64-Versionen zu kompilieren, das macht Mozilla mittlerweile selbst. Die Beta 4 ist z.B. hier als x64 erhältlich.

Nun möchte ich noch zu einigen Neuerungen kommen. Die Oberfläche wurde schon mehrfach verbloggt, wird wohl mittlerweile jeder wissen: Tabs sind standardmäßig on Top, Windows Aero wird unterstützt, Menü wurde in einem Button zusammengefasst. Einige schreien hier vielleicht “geklaut!”, aber im Gegensatz zu z.B. Chrome lässt sich das in Firefox alles wieder ändern. Im folgenden möchte ich noch einige technische Neuerungen zeigen. Das ist eher für Web-Entwickler interessant.

Unter der Haube arbeitet eine neue JavaScript-Engine namens JägerMonkey, die derzeit auch noch stark entwickelt wird. Damit holt Firefox wieder etwas auf. Zugegeben, Firefox ist im Moment einer der langsamsten Browser, aber auf meinem Laptop läuft der immer noch. Und ich habe 40 AddOns installiert. Viele dieser Dinge gibt es gar nicht für Chrome.

Viele Dinge aus HTML5 und CSS 3 werden jetzt unterstützt. Dabei ist vor allem eine echter HTML5-Parser, Formular-Validierung, SVG-Animationen und CSS-Übergänge. CSS-Animationen sollen noch folgen. SVGs sollen auch als Bilder gerendert werden, sodass sie als <img> oder CSS-Hintergrund benutzt werden können. WebM wird in HTML5-Videos unterstützt, damit ist YouTube teilweise schon ohne Flash möglich. Neben 2D-Grafiken erlaubt <canvas> auch 3D-Bilder mittels WebGL.

Danke des HTML5-Parsers können SVG-Bilder und MathML-Objekte direkt in ein HTML-Dokument eingebettet werden.

Die Gecko-Engine erlaubt in CSS den calc()-Selecktor, mit dem Größen- und Positionsangaben viel flexibler angegeben werden können. Sollen z.B. zwei gleich große Boxen nebeneinander angezeigt werden, mit 1em Abstand außen und 3cm Abstand innen, kann man ihnen die Breite calc(50%-1.5cm-1em) geben.

In JavaScript wird es einfacher, mit Dateien des Benutzers zu arbeiten (<input type="file"> oder Drag’n'Drop). Neben dem FormData-Objekt, dass ein einfaches Hochladen von Dateien mittels XMLHttpRequest erlaubt, lässt mit der url-Eigenschaft eines File-Objektes eine Bild fast überall in der Webseite benutzen, z.B. als Quelle für ein <img>-Element oder als CSS-Hintergrund.

Unter Windows Seven wird Multi-Touch unterstützt, wenn der Bildschirm es unterstützt. Webseiten können also erkennen, dass ein Multitouch-Gerät verfügbar ist, können Touch-Eingabe von Mausklicken unterscheiden und mehrere Finger gleichzeitig verarbeiten.

Als eine der letzen Änderungen ist eine neue CSS-Funktion eingeflossen. Damit können beliebige HTML-Elemente einer Webseite als Hintergrund für ein anderes Element benutzt werden. Zwei sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten sind Reflektionen von Elementen, die automatisch generiert werden sowie Galerien, die Vorschaubilder aller Seiten anzeigen. Da die die Hintergründe live aktualisiert werden, funktioniert das ganze sogar mit Videos und Iframes.

WebM in Firefox Nighly angekommen

Donnerstag, 10. Juni 2010

Mozilla hat ja ziemlich schnell bekannt gegeben, dass sie WebM in Firefox implementieren wollen. Einige Tage später gab es auch spezielle Builds, die den Codec enthielten. Seit gestern ist der Codec auch im offiziellen Nightly zu finden, auch bekannt als Minefield. Hier einige Beweisfotos:

HD-Video in Firefox ohne Flash

HD-Video in Firefox ohne Flash

Vollbildmodus

Vollbildmodus

Kontextmenü des Videos

Kontextmenü des Videos

Hinweis zum letzten Screenshot: Eigentlich liegt über dem Video ein durchsichtiger Div-Layer, der das direkte anklicken des Videos verhindern soll. Der lässt sich aber mit Firebug leicht entfernen, im Prinzip sogar mit einem kleinen Schnipsel CSS.

Was man ebenfalls sieht, ist, dass der Vollbildmodus nicht der gleiche ist wie bei Flash. Das Video wird nur innerhalb des Viewports maximiert. Ab Firefox 3.6 kann man das Video zwar über das Kontextmenü auf echtes Vollbild schalten, aber das ist ja wie bereits erwähnt gesperrt. Wird aber eigentlich niemand wirklich daran hindern.

WebM: neuer Video-Codec von Google für alle

Mittwoch, 19. Mai 2010

Was alle gehofft haben, ist passiert: Google hatte damals ja On2 und damit VP8 gekauft. Befürworter des OpenWeb hofften, dass Google den Codec als offenen Standard veröffentlicht, um einen guten, lizenzfreien Komprimierungsalgorithmus verwenden zu können. Mit WebM hat Google das nun getan.

WebM ist ein neues Format, das auf dem Matroska-Container, dem Ogg-Codec und natürlich VP8 basiert. Mozilla hat bereits angekündigt, WebM in Firefox zu implementieren. Doch sie waren nicht die einzigen: Google wird das ganze natürlich in Chrome einbauen, Opera wird es unterstützen, und sogar Adobe will es in Flash unterstützen. Das heißt, dass außer dem IE und Safari alle relevanten Browser WebM implementieren werden. Das ganze wird in den Nightlies (Firefox), Labs (Opera) und Devs (Chrome) anscheinend bereits getestet.

Und die beste Nachricht von allen ist eigentlich: Google hat auch angekündigt, nach und nach alle Videos auf YouTube in WebM anzubieten! Viele haben (mit Recht) gesagt, dass solange die beiden größten Video-Portale YouTube und Vimeo an H.264 festhalten, wird sich OpenVideo nicht durchsetzen. Wenn YouTube WebM anbietet, ist ein großer Schritt getan. Das könnte echt was werden.